Eine persönliche Meinung von mir
Wenn ich heute ehrlich zurückblicke, hätte ich viel früher mit Golf anfangen sollen. Aber ich habe mich schlichtweg nicht getraut. Das klingt vielleicht überraschend. Gerade wenn man mich heute erlebt, könnte man denken, Golf hätte schon immer selbstverständlich zu meinem Leben gehört. Doch tatsächlich war lange Zeit genau das Gegenteil der Fall.
Ich hatte Respekt vor diesem Sport und ehrlich gesagt auch Respekt davor, wie andere Menschen möglicherweise auf mich schauen würden. Als Unternehmer dachte ich damals häufig: Was denken eigentlich Kunden, wenn ich plötzlich Golf spiele? Würden manche vielleicht denken: „Dem geht’s wohl zu gut.“ Oder schlimmer noch: „Golf? Jetzt hebt er komplett ab.“ Bevor ich tatsächlich meine Platzreife gemacht habe, vergingen fast 20 Jahre .









Spannender Beitrag — wir sehen vieles davon ganz ähnlich. 😊
Aus unserer Sicht müsste vor allem der Einstieg in den Golfsport deutlich einfacher und lockerer werden. Mehr clubfreie Golfplätze oder niedrigschwellige Angebote könnten helfen, Berührungsängste abzubauen. Wir selbst hatten vor dem Einstieg auch viele Vorurteile gegenüber Golf: elitär, spießig, „kein richtiger Sport“. Heute sehen wir das komplett anders.
Was uns damals geholfen hätte: moderne und entspannte Formate, um Golf überhaupt kennenzulernen. Zum Beispiel:
* Partygolf oder Afterwork-Events auf der Range
* „NoNiGo“-Turniere („Noch nie Golf“) mit kurzer Schnupperstunde und anschließendem 4-Loch-Scramble zusammen mit Mitgliedern
* Tiger & Rabbit-Formate
* Familien- oder Grilltage im Club
Denn eigentlich erleben wir die Golf-Community total offen und entspannt. Gerade das Kennenlernen neuer Leute macht extrem viel Spaß — und genau dieser soziale Aspekt dürfte aus unserer Sicht noch viel stärker gefördert werden.
Außerdem fänden wir es spannend, wenn Clubs für ambitionierte Golfer auch mehr sportliche Zusatzangebote schaffen würden. Fitness, Beweglichkeit und Athletik werden im Golf oft unterschätzt. 😅
Eine Frage hätten wir noch:
Im Golfreport steht — wenn wir uns richtig erinnern —, dass ein großer Teil der Golfer nach 2–3 Jahren wieder aufhört. Das sehen wir ebenfalls als großes Thema. Hast du dazu eine Meinung oder Erklärung?
Herzlichen Dank für das tolle Feedback hier im Blog. Das weiß ich sehr zu schätzen.
Zu Eurer letzten Frage:
Aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt. Denn die vielen Neuzugänge sind zwar löblich und auch wichtig. Aber die Menge an Abgängern ist genauer zu betrachten. Netto-Wachstum ist daher eher gering.
Ein Grund für die Menge an Abgängern könnte das doch schnell abflachende Interesse sein, da zu wenig Neues passiert und der Reiz, der einen am Anfang fesselt, flöten geht und die Erwartungshaltung zu hoch ist.
Wer Menschen findet, bleibt.Wer nur eine Mitgliedsnummer ist, geht wieder weg wenn der Rahmen nicht stimmt.
Das ist ein großes Thema wie ich finde.
Lass uns das mal weiterdenken.
Liebe Grüsse
Matze
Liebe Matthias
Danke für deine tollen Worte und Gedanken.
Wir beide lieben dieses Spiel und diesen Sport und wir beide fragen uns, warum sind wir nur knapp 700.000 Mitglieder im DGV und nicht mehr.
Golf wird immer beliebter, und ich habe das Gefühl, durch Social Media, junge Creator mit Reichweite sorgen dafür, dass immer mehr junge Leute diesen Sport ausprobieren.
Viele die diesen Sport ausprobieren, fangen auch sofort an und legen gleich los. Doch dann kommt aus meiner Erfahrung, dass diese Neugolfer nach 3 Jahren zu 80% wieder aufhören !!! Und dass ist für mich alarmierend.
Wie schaffen wir es als Golfgemeinschaft dafür zu sorgen, dass diese Leute länger im Golfsport bleiben.
1. Trainings- und Spielgruppen
2. Tiger und Rabbit Turniere
3. regelmäßige Trainingseinheiten attraktiv und flexibel
4. Events und Aktivitäten auf und neben dem Platz
5. Familienangebote
Golf wird immer ein Imageproblem haben. Dafür haben wir zu lange es nicht geschafft, diese Vorurteile zu bekämpfen.
Es ist jetzt an der Zeit diesen Sport moderner und attraktiver zu machen, damit die Menschen weiterhin viel Spaß haben und die Clubs größer werden! Die Möglichkeiten ist Chancen sind da.
Lieber Bene, besten Dank für Deine Sicht der Dinge zu diesem Thema, das ist mir wichtig. Du führst wichtige Punkte auf, die mehr Aufmerksamkeit brauchen.
Es darf was passieren und ich bin sehr gespannt, was in den Clubs und auch außerhalb an Innovationen kommen werden.
Bleibt spannend. Bis ganz bald und liebe Grüße aus Isernhagen
Matze
Sehr starke Gedanken zu dem Report und auch wir haben auf diversen Ebenen angefangen zu diskutieren. Ich habe gerade den Club gewechselt. Nicht, weil mein alter Club schlecht war, sondern ich brauche ab und an Veränderung.
Und jetzt habe ich im neuen Club wieder so ein ungutes Gefühl und zwar „gehöre ich dazu“?
Genau hier liegt meiner Meinung nach das Problem. Die Willkommenskultur auf Golfanlagen ist leider oft nicht vorhanden. Man hat das Gefühl, nicht sofort dazuzugehören, obwohl man mit einer Mitgliedschaft in den meisten Fällen ja genau das möchte.
Was will ich damit sagen? Mitglieder stehen nicht am Sekretariat Spalier für Neugolfer und Neumitglieder. Es herrscht oft keine offene Willkommenskultur. Kein „hey, wer bist du denn“. Meiner bescheidenen Meinung nach, muss sich der Golfsport dahingehend ändern, dass Neugolfer sich willkommen fühlen. Das geht zum einen über den Club, der eventuell spezielle Kennlernturniere ausrichtet, bei denen Neugolfer mit etablierten gemeinsam spielen. Sowas geht eventuell auch über Mentorenprogramme, aber vielmehr sollte es von den Mitgliedern eines Clubs als Repräsentanten des Clubs ausgehen. Eine offene Willkommenskuktur!
Hier liegt jedoch das Problem. Wollen die Etablierten das überhaupt? Wollen wirklich alle Wachstum? Machen wir uns nichts vor, denn die meisten wollen genau das nicht. Man möchte vielerorts unter sich bleiben. Wir müssen also nicht den Sport verändern, sondern die Art und Weise, wie wir ihn leben und erleben. Das geht nur mit einer ganz klaren Kommunikation eines Clubs mit seinen Mitgliedern. Viele Clubs haben berechtigte Ängste, dass die Mitgliederzahlen bald wieder sinken werden, denn wenn wir uns die Demografie anschauen, fehlt es überwiegend an Frischfleisch.
Ich schreibe diese Zeilen um 04:00 Uhr morgens und muss jetzt los nach Österreich. Könnte stundenlang über dieses Thema sprechen. Danke für Deinen Artikel.
VG Tobi
Guten Morgen lieber Tobi, Respekt für das frühe Aufstehen und vor Allem, dass Dir noch die Zeit genommen hast vor der Reise hier auf golfliebe.com zu diesem Thema zu antworten. Das freut mich enorm und kommt sehr gut bei mir an. Chapeau!
Was Du schreibst, kann ich 100% unterschreiben. Es ist auch nicht einfach, sich als Rookie in ein bestehendes Clubleben zu integrieren. Viele Clubs machen das schon gut und als ich zum Beispiel gerade nach Isernhagen gewechselt bin, durfte ich erleben, wie Herzlichkeit Menschen zusammenführt. Das tut gut und trägt dazu bei, sich stabil zu integrieren. Menschen bleiben wegen Menschen!
Lass uns Geren dazu weiterplaudfern, wenn Du wieder da bist und Zeit hast. Das Thema ist sehr spannend.
Also, viel Spaß bei Deinen tollen Aktivitäten und vor allem mit der Familie.
Liebe Grüße sendet
Matze